Mittwoch, 10. Oktober 2012

Heute mal was anderes ...

Neu für mich entdeckt habe ich den Blog "Die lesende Minderheit". Ich lese ja auch seit meiner Kindheit über die Maßen gern und früher auch sehr sehr viel. Um interessante Bücher zu finden, gibt es heutzutage ja dank des www immens viele Möglichkeiten. Früher habe ich (ungelogen) Stunden in der örtlichen Bücherei zugebracht und mich durch die Kurzbeschreibungen auf dem Buchrücken gelesen, bis ich mal wieder eines gefunden hatte, was ich komplett lesen wollte. Waren es früher typische Kinder-/Jugendbücher wie "Bibi Blocksberg", "Hanni und Nanni" und "Die Kinder aus Bullerbü" sind es heute überwiegend Bücher mit (fiktiven) historischen Hintergrund. Die "typischen Frauenbücher" begeistern mich weniger; den Hype um "Shades of Grey" beispielsweise kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe mich mal eingelesen, aber es war dermaßen fad und flach geschrieben, dass ich es ziemlich schnell wieder beiseite gelegt habe.

Vor einigen Jahren habe ich auf Empfehlung meiner damaligen Arbeitskollegin die Poenichen-Trilogie von Christine Brückner gelesen ("Jauche und Levkojen", "Nirgendwo ist Poenichen" und "Die Quints").

Hier erst mal eine kurze Zusammenfassung des Inhalts:
Maximiliane von Quindt wird im August 1918 in Hinterpommern als Erbin von Poenichen geboren. Mit 18 heiratet sie Victor Quint, einen überzeugten Nationalsozialisten, der mit Maximiliane 3 Kinder zeugt. 1945 muss die Mutter mit ihren vier Kindern (zwischenzeitlich kam noch ein Kuckuckskind hinzu) Poenichen verlassen; Victor fällt in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs. Durch eine Vergewaltigung wird sie erneut schwanger und bringt auf dem "Familiensitz" der Quindts/Quints, dem "Eyckel", ihr fünftes Kind zur Welt. Als Vertriebene bekommt sie ihren "Fluchtblick"; sie wird nur schwer wieder seßhaft werden können. Ihre Kinder selbst werden zu Aussteigern, Umsteigern und Aufsteigern, immer auf der Suche nach der für sie passenden Lebensform.

Es dauerte beim ersten Lesen ein wenig, bis ich mich eingefunden hatte und den Sprachstil der Autorin als angenehm empfand. (Als ich das Buch kürzlich an meine Mama verliehen habe, hatte ich es nach ein paar Tagen wieder zurück, weil sie eben diesen überhaupt nicht mochte.) Die Geschichte der manchmal doch recht einfältig wirkenden Maximiliane, die trotz aller Widrigkeiten aber immer wieder in der Nachkriegszeit über die Runden kommt, wird in einer flüssigen Art und Weise von der Autorin erzählt. Christine Brückner steht über der Geschichte und kommentiert diese auch immer wieder; mal ironisch, mal anteilnehmend, jedoch immer der Situation angepasst.

Abschließend kann ich nur sagen: ein tolles Buch, das man auch durchaus mehrmals lesen kann (ist mir bei Büchern immer sehr wichtig) !

Viele Grüße
Heike

P.S.: Nach Abschluss des Buchthemas vom Oktober/November ("Lies ein Buch, in dessen Titel eine Pflanze vorkommt") bei der Lesenden Minderheit schubse ich den Artikel dann noch mit dorthin. Vielleicht will ja noch einer von euch dort mitmischen ?!

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